POTTPORUS

Für mich war das Kulturhauptstadtjahr 2010 bereits 2007 zu Ende. Im Dezember 2007 fasste ich den Entschluss, mich aus dem Vorzeigeprojekt Pottporus zu verabschieden. Die sich klar abzeichnenden autokraten Projektstrukturen veranlassten mich zur Räumung des Feldes. Pottporus – ein Projekt zur Förderung der Migrantenkultur? Fehlanzeige. Der einzige Sinn, den dieses Projekt verfolgt, sind die wirtschaftlichen Interessen einer einzigen Person. Alles andere ist potemkinscher Schein. Hinter den Kulissen wird manipuliert, getrickst, geschoben, vertuscht, da geht es um Vorteilsnahme, um eitle Selbstinszenierung und Personenkult. Skrupel? Nein – warum auch? Wer denkt, es müsste dort alles mit rechten Dingen zugehen, sieht sich getäuscht.

Aber wen interessiert das? Der Glanz muss gewahrt bleiben. Die MELEZ-Verantwortlichen klatschen, – ah – Pottporus, tolle Sache. So ein Konzept hätten sie für 2010 gesucht. Im Herner Rathaus, den Flottmann-Hallen das gleiche. Claqueure allerorten.

Seit geraumer Zeit ist Pottporus wieder online. Vor meinem Weggang im Februar 2008 habe ich über 300 Beiträge aus dem Pottporus-Blog gelöscht. Jetzt heißt der Laden »Pottporus - European Centre of HipHop Culture«. Eine kleine kreative Änderung im Namen und schon klingt alles viel versprechend neu, selbsterdacht.


Deckblatt und Rückseite des Pottporus - Konzepts

Neu? Zur Erinnerung: Am Pottporus-Konzept und am Konzept für ein »European HipHop Culture Centre« in Herne beanspruche ich zu 50 Prozent das Urheberrecht. Abgesehen davon, dass jeder dort geschriebene Satz von mir stammt, geht Pottporus großzügig davon aus, ich hätte mit meiner Absenz auf mein Urheberrecht verzichtet. Dieser Eindruck ist falsch. Jeder Involvierte weiß das, aber es wird so getan, als seien meine Ideen Allgemeingut, über das beliebig verfügt werden kann. Die Strategie ist schweigen, aussitzen, ignorieren. Ginge es allein um das Ideelle, würde ich kein Aufheben darum machen. Aber wie immer geht es ums Geld.

Konzept: european-hiphop-culture-center (PDF-Datei)